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Das Juni-Vorwort: Die wunderbare Leichtigkeit

Herausgeber und Kommentator Jürgen Schliekau

Liebe Leserinnen und Leser,

erinnern Sie sich noch an die Jahre vor 2020? Die Zeit, in der man sich von Corona noch keine Vorstellung machen konnte und die Situation in der Ukraine für nicht ganz so besondere Unruhe gesorgt hat?

Manchmal wünsche ich mich in diese Jahre zurück, auch wenn ich damals noch nicht dieses wundervolle Ehrenamt bekleiden durfte. Denn viele Dinge, die heute so unnachgiebig auf uns einstürmen, scheinen nur gemacht, uns das Leben schwerer, unerträglicher zu machen; zumindest mental.

Doch unterm Strich bleibt von diesen Träumereien nur die Erkenntnis, dass wir uns dem Hier und Jetzt zu stellen haben. Probleme lassen sich nicht wegwünschen oder wegträumen, sondern nur aktiv angehen beziehungsweise konstruktiv behandeln. Da hilft es auch nicht, über die üblichen Dinge wie Regierung, Gewerkschaften oder Wirtschaft zu jammern, auch wenn sich die Stammtische, die ja heutzutage eher virtuell stattfinden, vorwiegend damit befassen und dann mit oft einfach gestrickten, regressiven Lösungswegen aufwarten, bei deren Studium schon der eine oder andere Zweifel an der kognitiven Leistungsfähigkeit des Diskutanten aufkommen kann. Nein, logisch und sachorientiert anzupacken ist angesagt. Hier in der Samtgemeinde und besonders in der Stadt Bad Bevensen sollten wir uns jedenfalls nicht einer zögerlichen Haltung hingeben. Auch wenn wir in unseren Landen – außer in den sozialen Medien – eher zu Bedenken neigen und damit manche Entwicklung verzögern, merken wir doch allmählich im ganzen Land, dass wir für die Zukunft auch einmal neudeutsch »out of the box« denken müssen, ausgetretene Pfade vielleicht verlassen sollten.

Dafür wäre jetzt die richtige Zeit. Die Winter-Depression ist vorbei, die Natur aufgebrochen in die fruchtbare Zeit des Jahres und uns selbst packt mit dieser aufbrechenden Natur auch das Streben nach anderem Tun, nach Veränderung.

Natürlich ist vieles komplexer geworden und die Gerätschaften, die uns das Leben leichter machen sollten, haben sich nicht in jedem Fall als Segen erwiesen. Gleichwohl ist es unsere Kreativität, die hier gefragt ist und nicht einschlafen darf, auch wenn uns aus der Hosentasche das Wissen der Welt zur Verfügung steht.

Doch jetzt lassen Sie uns nach vorn schauen, in dieses Heft und in die nächs­ten Wochen.

Da wäre zunächst das Schützenfest einer der ältesten Gilden Deutschlands, der Bevenser Gilde von 1220 e. V. Gerade ges­tern durften der Stadtdirektor und ich den Gildebefehl in traditioneller Weise von Major Beckedorf und Adjutant Hauptmann Schnatzer entgegennehmen und haben bei der Gelegenheit gleich noch Absprachen zur Organisation des Festes getroffen.

Eingeläutet wurde die Schützenfestsaison – die norddeutsche fünfte Jahreszeit – bereits wie üblich mit der typisch Jastorfer Zuverlässigkeit am ersten Samstag im Mai, als die dortigen Schützen zum Königsmahl baten und anschließend ihren neuen König proklamierten.

Hier bei uns in der Kernstadt wird es wieder ein ordentlicher Auftrieb sein, wenn vom 5. bis 7. Juni die Schützenschwestern und Schützenbrüder mit Musikzügen durch die Straßen ziehen, wenn am »Lustigen Sonnabend« die Spielleute schon morgens um 6.00 Uhr die ersten Teilnehmer wecken und am Sonntag eine bunte Kinderschar mit Blumenbügeln und Pusterohren sich auf dem Kirchplatz einfindet, um dort nach Speiseeisgenuss durch die Innenstadt zum Schützenplatz zu marschieren.

Auch die Jelmstorfer Schützen werden im Juni ihre »tollen Tage« begehen, worüber Sie hier natürlich ebenfalls einiges lesen können.

Gerade diese sommerlichen Feste sind es, die uns die so nötige Ablenkung verschaffen und, ja, manchmal eben auch das Gefühl der wunderbaren Leichtigkeit des Seins.

Es gibt also genug Grund, optimis­tisch auf den Juni zu schauen. Genießen Sie die frühsommerliche Natur und fröhliche Stunden im Freien.

Ihr

Jürgen Schliekau, Herausgeber

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Bevenser Nachrichten Juni 2026