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Das September-Vorwort: Vom Kreuz mit den Kreuzen

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist wieder einmal soweit: Seit 19. August haben Sie erneut die Möglichkeit, bei der Kommunalwahl den Kandidaten oder die Kandidatin Ihres Vertrauens zu wählen. Dieses Mal ist es besonders umfangreich. Ganze fünf Stimmzettel gilt es auszufüllen, denn wir wählen den Landrat und den Samtgemeindebürgermeister direkt und zudem die Mitglieder des Kreistags, des Samtgemeinderats und der Gemeinderäte bzw. des Stadtrats. Da hat man schon die Qual der Wahl, obwohl man sicher davon ausgehen kann, dass es hier in den Gemeinden weniger um Programmatiken denn um praktische Ansätze und die Personen selbst geht.

Offizieller Wahltag ist bekanntermaßen der 13. September, an dem Sie von 8.00 bis 18.00 Uhr das jeweilige Wahllokal aufsuchen können. Dort warten fleißige Wahlhelferinnen und Wahlhelfer auf Sie und helfen Ihnen gern bei der verwirrenden Vielfalt der Wahlzettel weiter. Diese freundlichen Wahlhelfer sind es auch, die gewährleisten, dass wir nach wie vor freie, gleiche und geheime Wahlen durchführen können. Ihre Arbeit ist nicht um 18 Uhr beendet, sondern danach geht es richtig los. Dann nämlich müssen die Wahlscheine ausgezählt und die Ergebnisse an die jeweiligen Verwaltungen weitergeleitet werden; eine Arbeit, die wirkliche Genauigkeit erfordert.

Ergo können wir doch durchaus voraus­eilend diesen engagierten Mitbürgern und auch – weil sich nicht immer genug Wahlhelfer finden – Mitarbeitern der Rathäuser bzw. Gemeinden schon einmal danken, dass sie den größeren Teil ihres eigentlich freien Sonntags mit dieser Arbeit verbringen. Also an dieser Stelle: Herzlichen Dank für Ihren Einsatz!

Freie, gleiche und geheime Wahlen waren nicht immer selbstverständlich in unseren Landen und sind es schon gar nicht in der ganzen Welt.

Allzu viele Repressalien muss mancher Wähler erdulden, wird gar beobachtet bei der Stimmabgabe oder erhält gar nicht erst die Gelegenheit zu einer Auswahl der Stimmen, da es ohnehin nur einen einzigen Kandidaten gibt. Überdies sind – die Zusammensetzung der Vereinten Nationen zeigt es überdeutlich – die Mehrzahl der Länder unserer Erde keine vollständigen Demokratien im herkömmlichen, also unserem Sinn, sondern unvollständige Demokratien, hybride oder auch autoritäre Regime, hier immerhin 60 Länder (Quelle: Demokratie­index [The Economist]).

Erscheint es vor diesem Hintergrund, also dem Vorhandensein der zuvor erwähnten Wahlmöglichkeiten, nicht beinahe fahrlässig, wenn Wahlbeteiligungen sinken? Sicher, nicht jeder hat »Bock« auf die Wahlen, was manchmal sogar verständlich ist, doch sollte man eine solche Errungenschaft nicht leichtfertig verspielen. Wie ich es gern sage: Wählen ist nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht, zumindest moralisch betrachtet. Dort, wo Wahlen zur echten Pflicht werden, möchte man vermutlich nicht so gern leben. Und so bleibt – völlig unabhängig von irgendwelchen Empfehlungen – für mich wie zu jeder vorherigen Wahl nur die Bitte an Sie, Ihre Möglichkeiten zu nutzen.

Hier vor Ort, in den Gemeinden, liegt die Keimzelle der Demokratie. Hier wird direkt gesprochen, es sind Mitwirkungsmöglichkeiten vorhanden und der Umgang ist (zumindest gefühlt) offener als in den Parlamenten in Land und Bund. Hier kennt man sich und redet in kleiner Runde auch mal querfeldein, man feiert miteinander, man streitet sich, man ärgert sich und bewegt doch ganz viel gemeinsam.

Vereine, Verbände, Wirtschaft, Kirche, Menschen und Lokalpolitik machen das Bild einer Gemeinde rund. Dafür lohnt es sich doch, wählen zu gehen und zu gestalten.

Ihr

Jürgen Schliekau, Herausgeber

Falls Sie Fragen an mich haben, erreichen Sie mich montags bis samstags in der Zeit von 9 bis 10 Uhr unter der Telefonnummer 0151 50 74 55 01.


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Bevenser Nachrichten September 2026