Das Magazin finden Sie unter dem Vorwort

Einiges mehr über uns und die Bevenser Nachrichten erfahren Sie hier.

Das August-Vorwort: Das tapfere(?) Schneiderlein

Liebe Leserinnen und Leser,

»was kommt denn nun?«, werden Sie sich nicht ganz zu unrecht fragen.

Wie aus der Überschrift zu ersehen, geht es um Schneider. Allerdings nicht um den ehrbaren Beruf des Tuchzusammennähers und Anzugbauers, sondern um ganz andere Spezies. Eine davon erleben wir nahezu täglich im Straßenverkehr. Mir jedenfalls geht es öfter so, dass ich an eine Kreuzung heranfahre und manchmal schon mehrere Meter vor Erreichen der Haltelinie den Anker werfen, sprich die Bremse durchtreten muss, weil ein allzu flotter Fahrer unter Missachtung der richtigen Fahrspur seinen Explosionstreibling oder auch seinen gummibereiften Elektromotor mit einer durchaus anmutig wirkenden Eleganz eine Kurve beschreiben lässt, die nicht einmal ansatzweise den gängigen Verkehrsregeln entspricht.

Auch E-Roller-Fahrer vergessen gern mal das Absteigen am Zebrastreifen, beginnen die Überquerung dafür jedoch schon einmal einige Meter vorher, so dass die Chance, unfallfrei aus der Situation herauszukommen, arg schrumpft. Dabei ist die Gesundheit doch unser höchstes Gut . . .

Letztlich muss natürlich jeder selbst wissen, ob es das Risiko wert ist, im Straßenverkehr zu Schaden zu kommen. Erstrebenswert ist es sicher nicht. Und auch wenn er nicht der Unfallverursacher ist, wird der durch das Schneiden der Kurve geschädigte, aber unschuldige Fahrer durch einen eventuellen Schaden seinerseits traumatisiert. Man sollte sich also durchaus eines Mindestmaßes des rücksichtvollen Fahrens befleißigen.

Es gibt natürlich noch andere Schneider. Ein Beispiel sind da die sogenannten Beutelschneider, jene Menschen also, die sich diesen Namen in Antike und Mittelalter verdienten, weil sie es schafften, mit einem einzigen Schnitt den Geldbeutel vom Gürtel eines anderen unbemerkt abzuschneiden. Falls sie jedoch bemerkt wurden, endete es recht schnell nach einer peinlichen Befragung mit allerlei drastischen Strafmaßnahmen.

Nun, auch heute gibt es noch eine Art Beutelschneider. Nur sind diese sofort beleidigt, wenn man sie so schimpft oder erstatten Anzeige aufgrund dieser Desavouierung, die jedoch jeder Mensch mit Charakter, also vor allem der Politiker, aushalten sollte. Denn die Politiker sind eigentlich die Lenker des Staatsapparates, der ständig so klamm ist, dass er sich von dem sauer verdienten Geld der Bürgerinnen und Bürger einen überproportionalen Batzen in Form von Steuern und Abgaben abschneidet.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Steuern und Abgaben müssen sein, doch wenn wir es mit der Situation in der Schweiz vergleichen, könnte mancher Mensch unserem Staatswesen durchaus von Fall zu Fall den Vorwurf der Plünderei machen wollen; vor allem vor dem Hintergrund, dass besagte Schweiz den Erwerbstätigen deutlich weniger abnimmt, aber dafür – siehe z. B. die Bundesbahn – sehr viel besser funktioniert.

Es wäre also an der Zeit, unser Gemeinwesen einer Effizienzprüfung zu unterziehen. Aber wie ich unseren Staat kenne, wird er auch hier keinerlei nützliche Erkenntnis ziehen. Schade eigentlich, aber wie auch im internationalen Fußball werden wir politisch und wirtschaftlich in das Mittelfeld durchge­reicht. Auch wenn wir meinen, dort nicht hinzugehören – allein der Gedanke macht bereits traurig.

Trotzdem sollten wir nicht die Nase hängen lassen. Es ist Sommer und wir können die schönen Momente nutzen. Genießen Sie den August!

Ihr

Jürgen Schliekau, Herausgeber

Falls Sie Fragen an mich haben, erreichen Sie mich montags bis samstags in der Zeit von 9 bis 10 Uhr unter der Telefonnummer 0151 50 74 55 01.


Die Entnahme von Inhalten zu anderen als Lesezwecken ist verboten und wird strafrechtlich verfolgt!

Die aktuelle Ausgabe zum Umblättern


Bevenser Nachrichten August 2026